W.A. Mozart
Krönungsmesse und weitere Werke
Jene Messe, die Mozart 1779 für den Ostergottesdienst im Salzburger Dom komponierte, ist von Legenden umrankt. Vom ersten Takt an verströmt sie jenen herrschaftlichen Grundton, der ihr sehr viel später den heute geläufigen Beinamen „Krönungsmesse“ eingebracht hat. Bald nach Mozarts Tod avancierte sie in der Wiener Hofmusikkapelle zur favorisierten Messe für die Zeremonie von Krönungsfeierlichkeiten.
Der Live-Mitschnitt vom 21. Mai 2022 im Herkulessaal der Münchner Residenz enthält zudem drei weitere, weniger bekannte Kompositionen, die gleichfalls während seiner Zeit in Salzburg entstanden sind. Sie sind hier zwischen die vom reformerischen Zeitgeist verlangten kurzen Sätze der Krönungsmesse eingewoben und dadurch mit der Messe auf eine Weise verbunden, wie sie die aufführungspraktischen Gegebenheiten in einem Salzburger Gottesdienst möglicherweise verlangt haben könnten.
In seinen aus dem gleichen Jahr stammenden „Vesperae solennes de Dominica“ kam Mozart der Forderung des Salzburger Fürsterzbischofs nach größtmöglicher Knappheit mit verschiedenen kompositorischen Kniffen und einer besonders klangprächtigen Partitur augenzwinkernd entgegen. Ergänzt wird das vorliegende Album durch die zur „Krönungsmesse“ entstandene „Epistelsonate“ für Orchester mit obligater Orgel C-Dur KV 329 sowie dem feierlichen Offertorium „Alma Dei creatoris“ für Soli, Chor und Orchester F-Dur KV 277.
Erschienen bei
BR Klassik, 2023