Telemann
Sieg der Schönheit
Im Jahre 455 machte der Volksstamm der Vandalen seinem Namen alle Ehre, als er mit seinem König Geiserich der ewigen Stadt Rom einen unvergesslichen Besuch abstattete. Die Geburtsstunde des sprichwörtlichen Vandalismus bildet den Hintergrund des spektakulären Bühnenwerkes, mit dem Georg Philipp Telemann am 13. Juli 1722 dartat, dass ihn die Hansestadt Hamburg soeben aus bestem Grunde zum neuen Operndirektor ernannt hatte: Der Sieg der Schönheit ist eine barock verwickelte Liebesgeschichte mit vierfachem Happy End, in deren Verlauf allerlei Unwägbarkeiten zu bezwingen sind, indessen der Komponist von hinreißenden Arien bis zu grandiosen Chören, von intimen Emotionen bis zu martialischen Klängen sämtliche musikalischen und szenischen Register zieht, die ihm zu Gebote standen. Das Resultat war ein erstklassiger Publikumserfolg, ein Sieg der Schönheit, der – wie hier zu hören – bis in die Gegenwart weiterwirkt.
Erschienen bei
cpo, 2026