Georg Kallweit
Violine
Der Geiger Georg Kallweit wuchs in einer musisch geprägten Ärztefamilie in Greifswald an der Ostsee auf. Nach dem Besuch der Spezialschule in Berlin (Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach), studierte er dort an der Musikhochschule Hanns Eisler. Neben seinem späteren Engagement beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin beschäftigte sich Georg Kallweit schon früh und intensiv mit Stilfragen vor- und frühklassischer Musik.
Als Konzertmeister und Solist der Akademie für Alte Musik Berlin - und als Gast anderer renommierter Ensembles - ist er heute gefragter Spezialist. Er arbeitet als künstlerischer Leiter bzw. Konzertmeister regelmäßig mit europäischen Barockorchestern und ebenso mit einer Reihe renommierter „moderner“ Klangkörper wie dem Ensemble Resonanz Hamburg, Philharmonisches Staatsorchester Nürnberg, DSO Berlin oder dem Osthrobothnian Chamber Orchestra (Finnland) u.v.m. zusammen.
Eine Duopartnerschaft verbindet ihn im Ensemble Ombra e Luce mit dem Lautenisten Björn Colell in der Erarbeitung frühen italienischen Repertoires. Im Berliner Radialsystem und der St. Elisabethkirche war Kallweit wiederholt und maßgeblich an der Entwicklung und Produktion von außergewöhnlichen szenischen Konzertprojekten beteiligt. Dazu gründete er gemeinsam mit dem Dramaturgen Folkert Uhde das Ensemble Urban Strings. Die erfolgreichen Produktion Angels Share (Regie: Nicola Hümpel), Friends of Amarillis, Goldberg Variationen und Vis á Vis sind Früchte dieser gemeinsamen Suche. Ähnlichen Ansätzen widmet sich auch das Helsinki Early Music Festival in Finnland, dessen künstlerischer Leiter Kallweit von 2015 bis 2021 war und dem er weiter eng verbunden ist.
Es liegen über sechzig, mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnete, CD-Einspielungen vor, darunter Aufnahmen mit Violinkonzerten bei Harmonia Mundi France, Kammermusik (Berliner Barock-Compagney) bei Capriccio, Recitals mit Ombra e Luce bei Alpha und Raumklang und vieles mehr.
Seine internationale Konzerttätigkeit führte Georg Kallweit in die bedeutendsten Konzerthallen nahezu aller europäischen Länder, nach Australien und regelmäßig nach Nord- und Südamerika sowie nach Asien. Als Dozent, Lehrbeauftragter bzw. Leiter von Meisterklassen unterrichtet er an den Musikhochschulen in Leipzig, Weimar, Berlin, Rostock, Helsinki und St. Petersburg. Daneben ist er seit der Gründung Dozent des Jugendbarockorchesters Bachs Erben.
Georg Kallweit spielt eine Barockvioline von Camillus Camilli (Mantua 1740).